ETF-Steuer 2026

Vorabpauschale 2026: was ETF-Anleger jetzt prüfen sollten.

Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 Prozent. Dadurch kann bei thesaurierenden oder nur teilweise ausschüttenden Fonds Anfang 2027 eine Steuerbelastung entstehen, wenn der Fonds im Jahr 2026 gestiegen ist und Freistellungsauftrag oder Verlusttöpfe nicht ausreichen.

Direkte Antwort Die Vorabpauschale 2026 betrifft Fonds und ETFs, wenn ein positiver Basisertrag entsteht. Der vereinfachte Startpunkt lautet: Fondsanfangswert am 1. Januar 2026 × 3,20% × 70%. Danach wird auf die tatsächliche Wertsteigerung begrenzt, Ausschüttungen werden abgezogen, Teilfreistellung und freier Sparer-Pauschbetrag wirken steuermindernd.

Parameter

Die wichtigsten Werte für 2026.

Die Tabelle zeigt die Eckdaten, die du für eine grobe Prüfung brauchst. Verbindlich sind Gesetz, BMF-Schreiben und die konkrete Steuerabrechnung deines Brokers.

Wert 2026 Einordnung
Basiszins 2026 3,20% Vom Bundesfinanzministerium für den 2026-01-02 bekannt gegeben.
Basisertrag Anfangswert × 3,20% × 70% Der Basisertrag wird zusätzlich durch die tatsächliche Wertsteigerung begrenzt.
Aktienfonds / Aktien-ETF 30% Teilfreistellung Typischer Fall für breit gestreute Aktien-ETFs, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.
Sparer-Pauschbetrag 1.000 Euro / 2.000 Euro Für Einzelveranlagung beziehungsweise Zusammenveranlagung, soweit noch nicht verbraucht.
Datenstand 2026-06-06 Parameter und Quellen wurden für diese Seite redaktionell geprüft.

Rechenlogik

Wann aus dem Basisertrag eine Steuerzahlung wird.

1

Basisertrag ermitteln.

Nimm den Fondsanfangswert zum Jahresbeginn, multipliziere ihn mit dem Basiszins und mit dem Faktor 70 Prozent.

2

Auf Wertsteigerung begrenzen.

Die Vorabpauschale kann nicht höher sein als die tatsächliche positive Wertsteigerung des Fonds im Kalenderjahr.

3

Ausschüttungen abziehen.

Ausschüttungen mindern den Betrag. Bei ausreichend hohen Ausschüttungen bleibt keine Vorabpauschale übrig.

4

Teilfreistellung und Pauschbetrag prüfen.

Bei Aktien-ETFs bleiben typischerweise 30 Prozent steuerfrei. Danach wirken Freistellungsauftrag, Verlusttöpfe und persönliche Steuermerkmale.

Beispiele

Vier typische ETF-Fälle.

Fall Rechnung Ergebnis
ETF steigt im Jahr 2026 50.000 Euro Anfangswert × 3,20% × 70% = 1.120 Euro Basisertrag. Bei 6.000 Euro Wertsteigerung bleibt 1.120 Euro der Ausgangspunkt. Bei einem Aktien-ETF werden davon nach 30% Teilfreistellung 784 Euro steuerlich relevant, bevor Freistellungsauftrag und Verlusttöpfe wirken.
ETF steigt kaum Wenn der ETF nur um 300 Euro steigt, wird die Vorabpauschale auf diese tatsächliche Wertsteigerung begrenzt. Nach Teilfreistellung und freiem Pauschbetrag kann daraus trotzdem keine Steuerzahlung entstehen.
ETF fällt im Jahr 2026 Ohne positive Wertsteigerung entsteht keine Vorabpauschale, auch wenn der rechnerische Basisertrag positiv wäre. Der Broker sollte dann für diesen Fonds keine Vorabpauschale belasten.
ETF schüttet genug aus Ausschüttungen werden vom maßgeblichen Basisertrag abgezogen. Decken die Ausschüttungen den Basisertrag vollständig ab, fällt die Vorabpauschale für diesen Fonds auf null.

Depot-Check

Was du vor Anfang 2027 erledigen kannst.

Checkliste

Vorabpauschale vorbereiten.

  • Prüfe, wie viel Freistellungsauftrag Anfang 2027 noch frei ist.
  • Halte auf dem Verrechnungskonto ausreichend Liquidität vor, wenn dein Broker Steuer abbuchen muss.
  • Vergleiche thesaurierende und ausschüttende ETFs nicht nur nach Steuer, sondern auch nach deiner Depotlogik.
  • Bewahre die Steuerabrechnung auf, weil die Vorabpauschale beim späteren Verkauf relevant bleibt.
Rechner

Eigenes Szenario statt Daumenregel.

Die pauschale Formel reicht für ein Gefühl. Ob wirklich Steuer entsteht, hängt aber von Wertentwicklung, Ausschüttungen, Fondstyp und deinem noch freien Pauschbetrag ab.

Szenario berechnen
Kein Steuerersatz Diese Seite erklärt die Rechenlogik für typische Privatanleger. Sie ersetzt keine Steuerberatung und keine Prüfung deiner Brokerabrechnung.

FAQ

Häufige Fragen.

Wann wird die Vorabpauschale 2026 abgebucht?

Die Vorabpauschale für das Kalenderjahr 2026 gilt steuerlich am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen. Praktisch wird sie bei deutschen Brokern typischerweise Anfang 2027 mit Freistellungsauftrag, Verlusttöpfen oder dem Verrechnungskonto verrechnet.

Wie hoch ist der Basiszins für 2026?

Das Bundesfinanzministerium hat den Basiszins zum 2026-01-02 mit 3,20 Prozent bekannt gegeben. Für den Basisertrag wird dieser Wert mit 70 Prozent multipliziert.

Muss ich bei ausschüttenden ETFs auch Vorabpauschale zahlen?

Ausschüttungen werden auf den Basisertrag angerechnet. Wenn sie den maßgeblichen Betrag bereits abdecken, kann die Vorabpauschale auf null fallen.

Ist die Vorabpauschale eine zusätzliche Steuer beim Verkauf?

Sie ist eine vorgezogene Besteuerung. Bereits angesetzte Vorabpauschalen werden beim späteren Verkauf berücksichtigt, damit derselbe Betrag nicht doppelt besteuert wird.

Ersetzt diese Seite eine Steuerberatung?

Nein. Die Beispiele sind eine Orientierung für Privatanleger. Persönliche Steuerfälle, ausländische Broker, Kirchensteuer, Verlustverrechnung und Depotwechsel können abweichen.